Xenos, mein Bruder – V

Weitere Begegnungen mit Fremden – die mir übrigens gar nicht mehr so fremd vorkamen – hatte ich regelmässig, als ich anfing, in der Jugendgruppe des Schwäbischen Albvereins Volkstanz zu machen. Eine Gruppe von Jugoslawen (heute vermutlich Kroaten) besuchte uns, wir hatten mehrere gemeinsame Auftritte und tanzten gemeinsam, bei Veranstaltungen, auf Plätzen und in der Halle.
Diese Gruppe wurde, sogar von uns wahrnehmbar, von Funktionären begleitet, die es schwierig machten, sich zu unterhalten, obwohl mehrere der Teilnehmer deutsch sprachen. Privat-Übernachtungen waren nicht vorgesehen, so dass alle gemeinsam in Kirchheim in der Jugendherberge übernachteten.
Alle Überwachungen waren allerdings, wie sich am letzten Morgen herausstellte, vergebens: ein Mädchen aus der jugoslawischen Gruppe konnte sich im Aufbruchsgetümmel absetzen und war für 3 Tage komplett verschwunden – bis die anderen ganz eindeutig wieder in Jugoslawien angekommen waren. Sie war von einem der Zuschauer versteckt worden, und blieb anschliessend in Deutschland.